Qigong
Wednesday, 16.11.22
2 Min.

Qigong – Bestandteil der TCM

Qigong heißt wörtlich übersetzt Energiearbeit. Gemäß der Qigong-Lehre ist es möglich, durch beständige Übung die Kontrolle über den inneren Fluss der Lebensenergie zu erlangen und den Willen zu stärken. Die Lebensenergie "Qi" soll auf diese Weise in die richtigen Bahnen (Meridiane) geleitet werden, um harmonisierend zu wirken und die innere Balance, den allgemeinen Gesundheitszustand, sowie das Immunsystem zu stärken.

Qigong als Bestandteil der TCM

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Krankheiten als Ausdruck einer Störung im Fluss von Qi, der Lebensenergie gesehen. Nach den Vorstellungen der TCM ist es möglich, die Körperenergie wieder in den richtigen Fluss zu bringen und so gegen Krankheiten vorzugehen. Qigong soll das Zusammenspiel von Atmung, Bewegung und Konzentration verbessern. Durch die Übungen sollen sich Energieblockaden lösen und das Qi wieder ungehemmt in den Meridianen fließen. Meridiane werden in der TCM als Energiebahnen bezeichnet, die ähnlich den Blutgefäßen unseren Körper wie ein Netz durchdringen. Ein ungestörter Fluss der Lebensenergie in den Meridianen sei zum Schutz vor Krankheiten notwendig.
 

Charakteristik und Technik des Qigong

Qigong wird oft draußen in der Natur praktiziert. Viele Chinesen beginnen ihren Tag mit Qigong-Übungen im Freien. Bei allen Arten des Qigong geht es den Anhängern um eine gleichmäßige, tiefe Atmung, Konzentration und unterschiedliche Körperhaltungen. Qigong kann im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen ausgeführt werden. Es gibt ein "inneres Qigong", das auf Blut, Puls, Atmung und Organe wirken soll, sowie ein "äußeres Qigong", das sich gemäß der Qigong-Lehre primär auf Skelett, Sehnen, Muskeln und Haut auswirkt. Die Qigong-Technik besteht in der Regel aus einer oder wenigen einfachen Bewegungen, die ausdauernd wiederholt werden.
 

Qigong - Übungen in Ruhe und Bewegung

Es gibt Qigong-Übungen, die in Ruhe ausgeführt werden. In diesen Übungen ist – nach den Vorstellungen der Qigong-Anhänger – die Lebensenergie Qi ausschließlich mit der Vorstellungskraft und Atemtechnik an den gewünschten Ort lenkbar. Übungen in Bewegung zeichnen sich gemäß Qigong-Lehre durch einen ruhigen, fließenden Bewegungsablauf aus. Diese Übungen sind den natürlichen Bewegungen von Tieren, nämlich Kranich, Bär, Affe, Tiger und Hirsch, nachempfunden und tragen zum Teil auch deren Namen.
 

Qigong zur Sammlung von Körperenergie

Folgende Grundübung soll der Sammlung von Körperenergie im so genannten "Mittleren Dantian" dienen. Dort, im Bereich unterhalb des Bauchnabels, liegt nach der TCM das Energiezentrum des Körpers.

Übungsanleitung:

  • Stell dich aufrecht und entspannt hin. Die Füße stehen schulterbreit auseinander. Die Knie sind leicht gebeugt. Die Arme hängen locker herunter.
  • Schiebe nun das Becken etwas nach vorne, so dass sich die Wirbelsäule ganz gerade aufrichtet.
  • Senke das Kinn leicht in Richtung Brust, so dass dein Hinterkopf eine gerade Verlängerung des Rückens bildet.
  • Leg nun die Hände übereinander auf den Bereich unterhalb des Bauchnabels ("Mittleres Dantian"). Bei Frauen liegt die rechte Hand direkt am Körper, bei Männern die linke.
  • Atme jetzt ruhig und bewusst durch die Nase ein, dabei hebt sich die Bauchdecke. Durch den Mund atmest du wieder aus. Die Bauchdecke senkt sich wieder.

Wenn du dich auf deinen Atem konzentrierst, merkst du, dass er in das "Mittlere Dantian" einströmt und dich zur Ruhe kommen lässt. Genieße die Entspannung eine Weile.
 

Qigong und Ernährung

Die Ernährung spielt in der TCM, deren Bestandteil Qigong ist, eine große Rolle. Lebensmittel werden in kalte/kühle, neutrale und warme/heiße unterteilt. Idealerweise sollen vor allem "neutrale" Lebensmittel wie Getreide, Linsen, Karotten und Kartoffeln gegessen werden. Gemäß der TCM bauen sie die Lebensenergie, das Qi, auf und harmonisieren den Organismus. "Kühles" wie Erdbeeren, Weizen, Spinat, schwarzer und grüner Tee sollen das "Qi" dämpfen und zu viel Hitze kühlen. "Warme" und "heiße" Nahrungsmittel wie Ingwer, Knoblauch, viele Gewürze, Hafer und Aprikosen werden zur Behandlung von Kältesymptomen verwendet. Sie sollen aktivieren und wärmen, die Abwehrkräfte steigern und das Qi in Schwung bringen.

Qigong-Kurse

Wenn du Qigong-Übungen erlernen willst, kannst du die vielfältigen Kursangebote der Volkshochschulen oder privater Zentren nutzen. Frage deine Krankenkasse nach Kursen in deiner Nähe. Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind.
 

Ernährungsstudio
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Redaktion

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