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Vater_Tochter_Supermarkt
Saturday, 05.11.22
2 Min.

7 Mythen zum Nutri-Score

1) „Damit lassen wir uns doch nur entmündigen, eigene Entscheidungen zu treffen.“

Der Nutri-Score dient als Orientierungshilfe zur Einschätzung des nutritionalen Wertes eines Produktes. Er ist ein erweitertes System, welches die intuitive Entscheidung für ein Produkt erleichtern soll, während es noch im Regal steht. Verbraucher:innen sollten bedenken, dass sie für ausführliche Informationen über Inhaltsstoffe (Zusatzstoffe, Allergene etc.) auch die Zutatenliste und die Nährwerttabelle nutzen sollten. Der Nutri-Score erleichtert vor allem jenen, die sich nicht intensiv mit den Nährwerten von Lebensmitteln auseinandersetzen, eine erste Einschätzung des Produkts.
 

2) „Total intransparent. Da kann sich Nestlé ja einfach die Produkte schön scoren!"

Der Nutri-Score ist ein von unabhängigen Wissenschaftler:innen entwickeltes Bewertungstool. Die Bewertungskriterien gelten für alle Lebensmittelhersteller gleichermaßen. Indem wir den Nutri-Score auf unseren Verpackungen umsetzen, tragen wir zu einer Erhöhung der Informationen rund um unsere Produkte bei.
 

3) „Ich ernähre mich automatisch gesünder, wenn ich nur noch A-Produkte esse!“

Das stimmt so pauschal nicht! Der Nutri-Score gibt am Verkaufsregal lediglich eine Orientierungshilfe für die Kaufentscheidung. Er unterstützt dabei, innerhalb einer Produktkategorie auf einen Blick Unterschiede in der Zusammensetzung zu erkennen und auf dieser Basis beim Lebensmittelkauf leichter wählen zu können. Er sagt jedoch nichts darüber aus bzw. liefert keine Hilfestellung bei der Frage, wie eine ausgewogene Ernährung aussehen sollte. Würde man sich beispielsweise ausschließlich von einem mit „A“ bewerteten Müsli ernähren, wäre das definitiv nicht ausgewogen – eine ausgewogene Ernährung besteht stets aus vielen unterschiedlichen Lebensmitteln in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis.
 

4) „Ich sollte gar keine Produkte mit einer Nutri-Score-Bewertung von ‚D‘ oder ‚E‘ essen!“

Das ist so nicht richtig. Innerhalb einer ausgewogenen Ernährung haben alle Lebensmittel ihre Berechtigung – entscheidend hierbei ist die Menge. Eine Orientierungshilfe kann hierbei auch unsere Ernährungspyramide liefern.
 

5) „Der Nutri-Score muss ab 2020 auf allen Produkten im Lebensmittelhandel stehen.“

Der Nutri-Score ist nicht verpflichtend. Lebensmittelhersteller können freiwillig entscheiden, ob sie ihre Produkte damit kennzeichnen oder nicht. Nestlé gehört mit zu den ersten Unternehmen in Europa, die seit 2019 daran arbeiten, den Nutri-Score auf ihren Produkten umzusetzen.

6) „Der Nutri-Score berücksichtigt alle Inhaltsstoffe eines Lebensmittels.“

Das stimmt so nicht ganz. Seit der Einführung des neuen Nutri-Score Algorithmus in 2024 werden zwar zusätzlich Süßstoffe berücksichtigt, jedoch keine Zusatzstoffe und Konservierungsmittel sowie Vitamine und Mineralstoffe. Es handelt sich bei den Farben also lediglich um eine Orientierungshilfe zur Kaufentscheidung, die ausgewählte günstige und weniger günstige Inhaltsstoffe betrachtet – wer sichergehen will, sollte ergänzend die Zutatenliste und die Nährwerttabelle anschauen.

7) „Ich kann also jetzt auch z. B. eine Pizza mit einem Joghurt vergleichen?“

Theoretisch geht das schon, aufgrund der 100-g- bzw. 100-ml-Basis – es ergibt aber wenig Sinn, da der Nutri-Score unterschiedlicher Produktgruppen nicht verglichen werden kann. Als Verbraucher:innen gehen wir in der Regel mit einer bestimmten Kaufabsicht in den Supermarkt, z. B. „Ich möchte einen Joghurt kaufen“. Am Kühlregal lässt sich anhand des Nutri-Scores sehen, welcher der Joghurts die besseren Nährwerte hat. Diese Angaben beziehen sich lediglich auf die Produktgruppe „Joghurt“. Eine mit „B“ bewertete Pizza statt einen mit „C“ bewerteten Joghurt zu essen, ist daher wenig sinnvoll, vielmehr entscheidend ist die Ernährung insgesamt über den Tag betrachtet. Diese sollte sich ausgewogen und abwechslungsreich gestalten. Wie das aussehen kann, kannst du an unserer Ernährungspyramide ablesen.

Dr.AnnetteNeubert
Autor:in
Dr. Annette Neubert
Ernährungswissenschaftlerin

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