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Person sammelt Kartoffeln im Korb
3 Min.

Kartoffel

Die Heimat der Speisekartoffeln liegt in den südamerikanischen Anden. Sie wurden bereits in der Zeit 8.000 bis 5.000 v. Chr. von der indianischen Urbevölkerung angepflanzt. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts gelangte die Kartoffel über Spanien und England nach Europa. Der spanische König Philipp der Zweite erhielt 1565 eine Kiste mit indianischen Produkten, in der auch einige Kartoffelknollen waren. Die Kartoffel wurde allerdings erst einmal wegen ihrer schönen Blüten in Ziergärten bewundert. Erst später landete sie auch in den europäischen Kochtöpfen. Dass die "Erdäpfel" in Deutschland zum Volksnahrungsmittel wurden, ist Friedrich dem Zweiten von Preußen, dem "Alten Fritz", zu verdanken. Er erkannte in einer Zeit mit stetig wachsender Bevölkerung und wiederkehrenden Hungersnöten die Bedeutung der Kartoffel als sättigendes, nährstoffreiches Lebensmittel.


Inhaltsstoffe und Nährwerte

Kartoffeln sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und relativ arm an Kalorien. Aufgrund ihres recht hohen Vitamin-C-Gehaltes werden sie auch "Zitronen des Nordens" genannt. Zusätzlich enthalten sie wichtige Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit und damit die Verdauung positiv beeinflussen können. Das Eiweiß der Kartoffel ist sehr wertvoll. In Kombination mit Ei oder anderen tierischen Lebensmitteln kann es sehr gut in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden.
 

Nährwerte: bezogen auf 200 g Rohgewicht, dies entspricht etwa zwei Kartoffeln
Energie: 140 kcal/560 kJ
Eiweiß: 4,0 g
Fett: 0,2 g
Cholesterin: 0 mg
Kohlenhydrate: 29,6 g
Ballaststoffe: 4,2 g (14 % des empfohlenen Richtwertes von 30 g)
Vitamin C: 34 mg (34 %)*
Vitamin B1: 0,20 mg (18 %)*
Vitamin B6: 0,60 mg (46 %)*
Kalium: 822 mg (41 %)*
Phosphor: 100 mg (14 %)*
Magnesium: 40 mg (12 %)*

Quelle: Die große GU Nährwerttabelle, 2006/07, Die empfohlenen Mengen der Tageszufuhr entsprechen den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr (2000) für einen Erwachsenen.
 
*der empfohlenen Tageszufuhr


Einkauf

Kartoffeln gibt es in jedem gut sortierten Supermarkt oder direkt beim Bauern. Je nachdem, für welchen Zweck sie gedacht sind, eignen sich fest kochende, vorwiegend fest kochende oder mehlig kochende Kartoffeln (siehe Zubereitung). Die Kocheigenschaft lässt sich im Handel z. B. an der farbigen Kennzeichnung der Verpackung erkennen: Grün steht für fest kochende Sorten, rot kennzeichnet vorwiegend fest kochende Sorten und blau bezeichnet die mehlig kochenden Kartoffeln. Generell gilt: Kartoffeln sollten sauber, fest, gleichmäßig gelbbraun gefärbt und trocken sein, einen erdigen Geruch haben, aber nicht muffig riechen. Feuchte Kartoffeln oder Kartoffeln mit Runzeln oder Druckstellen können schneller schimmeln.
 
Jährlich werden in Deutschland pro Kopf etwa 70 kg Kartoffeln gegessen – ob gekocht, in der Suppe, als Pommes oder Kartoffelchips. Tiefkühlprodukte sind dabei die am häufigsten verzehrten Kartoffelprodukte, allen voran Pommes frites. Aber auch Trockenprodukte, wie Püreepulver, Chips und Kartoffel-Sticks landen gerne im Einkaufswagen.


Lagerung

Kartoffeln werden sehr behutsam geerntet, um Beschädigungen zu vermeiden. Sie haben einen Wassergehalt von etwa 80 %. Ist die Lagertemperatur zu hoch, verlieren sie Wasser und werden schrumpelig. Hohe Feuchtigkeit am Lagerplatz fördert die Fäulnisbildung, Lichteinwirkung die Bildung von grünen Stellen mit giftigem Solanin. Deswegen sollten Kartoffeln kühl – jedoch nicht im Kühlschrank – luftig, dunkel und vor allem trocken gelagert werden. Tipp: Kartoffeln nicht in der Nähe von Obst lagern. Dadurch wird das Altern der Knollen beschleunigt. Verantwortlich hierfür ist das Reifegas Ethylen, das vom Obst abgegeben wird.


Zubereitung

Ob als Vorspeise, Suppe oder Snack, zur Beilage oder als Hauptgericht – je nach Art der Kartoffelspeise werden drei Kochtypen eingesetzt: Fest kochende Kartoffeln wie Cilena, Sieglinde, Nicola, Linda und Selma für die Herstellung von Kartoffelsalat; vorwiegend fest kochende Kartoffeln, z. B. Velox, Berber, Marabel, Agria, Solara, Quarta, Satina, Secura und Granola für Salz- und Pellkartoffeln; mehlig kochende Kartoffeln mit hohem Stärkeanteil wie Adretta, Aula, Freya, Irmgard, Karlena und Likaria für Eintöpfe und Kartoffelpüree.
 
Die Stärke aus rohen Kartoffeln ist nahezu unverdaulich. Deshalb sollten Kartoffeln immer gekocht gegessen werden. Grüne Stellen an Kartoffeln sollten vor dem Kochen unbedingt entfernt werden, denn hier sitzt der Giftstoff Solanin.
 
Kartoffeln sind in der Regel in 20 bis 25 Minuten Kochzeit gar. Gartest: Mit einem kleinen Messer in die Kartoffel hinein stechen – wenn kein Widerstand mehr zu spüren ist, sind die Kartoffeln fertig. Bleiben Kartoffel übrig, lässt sich daraus am nächsten Tag zum Beispiel ein leckeres Bratkartoffel-Gericht zubereiten. Die Kartoffeln einfach in Scheiben schneiden und mit etwas Öl und je nach Belieben Schinken, Gemüse, Zwiebeln und Ei knusprig braten.


Besonderheiten

Kartoffeln machen satt, sind aber keine Dickmacher! Eine 200 g-Portion Kartoffeln liefert nur etwa 140 kcal, wenig Fett und reichlich sättigende Ballaststoffe. Wer auf die schlanke Linie achten möchte, kann also unbesorgt zu den gesunden Knollen greifen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung täglich eine Portion Reis, Nudeln oder Kartoffeln.
 

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