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Frau liegt erschöpft im Bett, mit ihrer Hand auf der Stirn

Perimenopause, Menopause & Co: Was ist der Unterschied?

Viele Frauen sprechen von „Menopause“, meinen aber eigentlich die Jahre davor oder danach. Genau das kann verunsichern. In diesem Artikel sortieren wir die Begriffe und zeigen, welche Symptome typisch für einzelne oder sogar alle Phasen sind.

Perimenopause und Menopause: Der wichtigste Unterschied

Die Perimenopause ist eine Phase, die Menopause ein Zeitpunkt. In der Perimenopause verändert sich der Zyklus oft spürbar, Blutungen können unregelmäßiger werden und Beschwerden kommen manchmal wellenartig. Bei gesunden Frauen über 45 wird die Perimenopause laut S3-Leitlinie meist anhand klinischer Parameter eingeordnet, also vor allem anhand von Zyklusveränderungen und möglichen vasomotorischen Symptomen wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen (DGGG et al., 2020). Die Menopause selbst ist dagegen die letzte Regelblutung. Sicher benennen lässt sie sich erst in der Rückschau, wenn zwölf Monate keine Blutung mehr aufgetreten ist (BZgA, o. J.; gesund.bund.de, o. J.). 

Merke: 

  • Perimenopause bedeutet: Der Körper ist noch im Übergang. 

  • Menopause bedeutet: Tag der letzten Regelblutung. 

Aber die Wechseljahre bestehen eben nicht nur aus diesen beiden Begriffen. Davor und danach gibt es weitere Phasen, deshalb lohnt sich der Blick auf die genaue Reihenfolge. 

Welche Phasen gehören zu den Wechseljahren?

Die Wechseljahre verlaufen in mehreren Abschnitten: die Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Der medizinische Fachbegriff für den gesamten Zeitraum lautet „Klimakterium“.

Die Wechseljahre im Schnell-Check:

PhaseKurz erklärt
Prämenopause Zeit vor der Perimenopause, in der erste hormonelle Veränderungen möglich sind 
Perimenopause Übergangsphase rund um die Menopause 
Menopause Zeitpunkt der letzten Regelblutung 
Postmenopause Ende der Perimenopause, ab 12 Monate nach der Menopause 
Was ist die Prämenopause?

Die Prämenopause ist die Zeit vor der eigentlichen hormonellen Übergangsphase. Bereits einige Jahre vor der letzten Monatsblutung verändert sich die Funktion der Eierstöcke: Sie bilden allmählich weniger Östrogene und Progesteron, wodurch sich das fein abgestimmte hormonelle Zusammenspiel verändert, das den Zyklus bis dahin Monat für Monat gesteuert hat. In dieser Phase kann der Eisprung häufiger ausbleiben oder unregelmäßiger werden. Auch die Zahl der reifenden Eizellen nimmt ab. Erste Symptome wie ein unregelmäßiger Zyklus können sich dadurch bereits bemerkbar machen (Menopause Zentrum, o. J.; USZ, o. J.).

Was ist die Perimenopause?

Die Perimenopause ist die Übergangsphase rund um die Menopause. Sie beginnt, wenn erste Veränderungen spürbar werden, und endet ein Jahr nach der letzten Regelblutung. Laut WHO kann die Perimenopause mehrere Jahre dauern und sich auf körperliches, mentales und emotionales Wohlbefinden auswirken. In dieser Phase wird der Zyklus oft unregelmäßiger: Blutungen können zu früh oder zu spät auftreten und auch in ihrer Stärke und Dauer variieren. Auch Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Nachtschweiß, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsprobleme können dazukommen (WHO, 2024; DGGG et al., 2020; USZ, o. J.). Wenn Frauen davon sprechen, dass die „Hormone verrücktspielen“, könnten sie in dieser Lebensphase angelangt sein. In unserem Artikel Klartext Perimenopause: Was du jetzt wissen solltest“ erfährst du, welche Symptome typisch sind und was im Körper passiert.

Was ist die Menopause?

Die Menopause ist kein längerer Zeitraum, sondern ein Zeitpunkt: die letzte Regelblutung. Der Begriff kommt aus dem Griechischen: „meno“ steht für Monat, „pausis“ für Stillstand oder Aufhören. Sicher feststellen lässt sich die Menopause erst im Nachhinein, wenn zwölf Monate lang keine Monatsblutung mehr aufgetreten ist. Umgangssprachlich wird „Menopause“ oft für die gesamten Wechseljahre verwendet – fälschlicherweise. Medizinisch ist damit der Moment gemeint, an dem die fruchtbare Lebensphase endet. Rund um diese Zeit können Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen besonders deutlich spürbar sein (WHO, 2024; BZgA, o. J.; DGGG et al., 2020).

Was ist die Postmenopause?

Zwölf Monate nach der letzten Regelblutung beginnt die Postmenopause. Der Körper pendelt sich nun auf das niedrigere Östrogenniveau ein. Hitzewallungen, Nachtschweiß oder Schlafprobleme können noch eine Zeit lang Thema sein. Gleichzeitig können andere Veränderungen stärker in den Blick rücken, etwa vaginale Trockenheit, Harnwegsbeschwerden, gereizte Haut ohne Spannkraft, dünner werdendes Haar oder dass die Hose plötzlich kneift. Auch die Knochengesundheit wird wichtiger, weil der sinkende Östrogenspiegel den Knochenabbau begünstigen kann (WHO, 2024; USZ, o. J.; Menopause Zentrum, o. J.).

Welche Beschwerden sind in den einzelnen Wechseljahresphasen typisch?

Woran merkt man die Unterschiede der Wechseljahresphasen? Gute Frage, denn die Phasen gehen fließend ineinander über. Trotzdem gibt es ein paar typische Muster:

PhaseWas auffallen kann 
PrämenopauseDer Zyklus ist oft noch da, fühlt sich aber anders an: mal stärker, mal schwächer, manchmal mit mehr Brustspannen, Kopfschmerzen oder Reizbarkeit. 
PerimenopauseDer Zyklus wird unberechenbarer. Die Periode kommt zu früh, zu spät oder bleibt zeitweise aus. Dazu können Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafprobleme oder Brain Fog kommen.  
MenopauseDie Menopause selbst ist nur der Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Die Zeit rundherum kann sich aber besonders turbulent anfühlen. 
PostmenopauseDie Blutung bleibt aus. Stattdessen zeigen sich häufiger andere Veränderungen: trockene Schleimhäute, Scheidentrockenheit, häufiger Harndrang, trockenere Haut, dünner wirkendes Haar, mehr Bauchfett oder Fragen rund um Knochen und Herz-Kreislauf-Gesundheit.  

Unser Expertinnen-Rat:

Die Tabelle kann dir etwas Orientierung geben. Versuche aber nicht, deine Beschwerden unbedingt einer bestimmten Phase zuzuordnen. Die Übergänge sind fließend und der Körper hält sich selten an schriftliche Vorgaben. Hilfreicher ist es, Veränderungen zu beobachten: Was ist neu, was belastet dich, was kommt immer wieder? Wenn du die Begriffe und die Phasen besser kennst, kannst du deine Beschwerden oft realistischer einordnen und im Gespräch mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt genauer beschreiben, was sich verändert hat. Notiere dafür Zyklus, Blutungsstärke, Schlaf, Stimmung und Hitzewallungen für ein paar Wochen.“

Dr. Katrin Stücher, Ernährungs- und Sportwissenschaftlerin

Bin ich in der Perimenopause oder schon in der Menopause?

Solange du noch Blutungen hast, ist die Menopause noch nicht sicher erreicht. Auch wenn die Menstruation nur noch selten kommt, stärker oder schwächer ausfällt oder mehrere Monate aussetzt, kann dein Körper noch in der Übergangsphase sein. Die Menopause lässt sich erst im Nachhinein festlegen: dann, wenn ein Jahr lang keine Monatsblutung mehr aufgetreten ist (WHO, 2024; BZgA, o. J.). 

Heißt: Wenn deine Blutung noch auftaucht, nur eben anders als früher, spricht das eher für Perimenopause. Wenn du unsicher bist, sehr starke Blutungen oder neue Beschwerden hast, lohnt sich immer ein Gespräch mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. 

Fazit: Die Wechseljahre bestehen nicht nur aus der Menopause

Die Wechseljahre verlaufen in mehreren Phasen: Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Perimenopause und Menopause, weil beide Begriffe oft verwechselt oder zusammengewürfelt werden. Die Perimenopause beschreibt die mehrjährige Übergangsphase vor und bis etwa ein Jahr nach der letzten Regelblutung, in der sich Zyklus und Beschwerden verändern können. Die Menopause selbst ist dagegen nur der Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Wer diesen Unterschied kennt, kann Veränderungen des Körpers besser einordnen.

FAQ – häufige Fragen zu den Phasen der Wechseljahre
Wann solltest du dir Hilfe holen? 

Ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei sehr starken, ungewöhnlich langen oder plötzlich veränderten Blutungen, Zwischenblutungen, Blutungen nach längerer Pause, starken Schmerzen, deutlichen Stimmungstiefs, Angstgefühlen oder Beschwerden, die den Alltag stark belasten. Auch Beschwerden vor dem 40. Lebensjahr sollten ärztlich eingeordnet werden. 

Katrin Stücher
Autor:in
Dr. Katrin Stücher
Ernährungs- und Sportwissenschaftlerin
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