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Cranberries
3 Min.

Cranberry: Das steckt in ihr

Klein, rund und meist kräftig rot: Die herb bis sauer schmeckende Cranberry erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Beere ist reich an Antioxidantien, daher werden ihr viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt – was steckt dahinter?

Der Artikel im Überblick:

Wo die Cranberry ihre Wurzeln hat

Die Cranberry, auch Moosbeere, Kranbeere oder Kulturpreiselbeere genannt, gehört zu den Heidekrautgewächsen. Die roten Beeren sind in Europa, Asien und Nordamerika heimisch. Ganze 130 Cranberry-Sorten sind bekannt: Besonders gerne gekauft werden Ben Lear, Early Black, Howes, McFarlin und Searles. Auch wenn sie hierzulande erst seit ein paar Jahren auf die Teller kommt, schätzten in Übersee schon die Ureinwohner die Kraft der Beere. In Kanada und den USA ist sie seither nicht nur an Thanksgiving beliebt.
Unterschied von Cranberry und Preiselbeere
Im Unterschied zur Preiselbeere wachsen Cranberrys an langen Ranken und sind wesentlich größer: Sie werden häufig so groß wie Kirschen oder Oliven, während Preiselbeeren nur erbsengroß sind. Im Nährstoffgehalt unterscheiden sie sich aber kaum.
 

Cranberry: Wirkung und Inhaltsstoffe

Zu den Inhaltsstoffen der Cranberry zählen organische Säuren und Ballaststoffe wie Pektine. Ihr Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist im Vergleich zu weiteren Obstsorten aber eher durchschnittlich – ca. 14 mg Vitamin C pro 100 g, etwa so viel wie in 100 g Apfel stecken. Cranberrys punkten dafür mit wertvollen phenolischen Komponenten und Gerbstoffen, die antibakterielle Eigenschaften besitzen.

Nährwerte der Cranberry im Überblick (im Vergleich zur Erdbeere):

Nährwert

Cranberry (pro 100 g, frisch)

Erdbeere (pro 100 g, frisch)

Kalorien

46 kcal

32 kcal

Kohlenhydrate

12 g

6 g

Ballaststoffe

4,6 g

2 g

Vitamin C

14 mg

55 mg

Vitamin A

60 mg

0,015 mg

Quelle: Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle 2016/17

Aufgrund der antioxidativen Eigenschaften einiger ihrer Inhaltsstoffe könnte die Cranberry zur Vorbeugung verschiedener Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Krebs oder Bluthochdruck eingesetzt werden, von denen man vermutet, dass sie in direktem Zusammenhang mit oxidativem Stress stehen. Daher findet man Cranberry-Produkte im Regal oft bei Nahrungsergänzungsmitteln. Als Bestandteil von Kapseln soll die Frucht förderlich für die Magenschleimhaut sein und den Cholesterinspiegel senken. Zudem sagt man Cranberrys eine entwässernde Wirkung nach.
Es gibt jedoch einen Haken: Auch wenn einige Studien schon Hinweise auf eine positive gesundheitliche Wirkung der Cranberry geben konnten, reichen die Ergebnisse nicht, um die Wirksamkeit pauschal zu bestätigen.

Blasenentzündung: Cranberry als Hausmittel

Bei Harnwegsinfekten wie einer Blasenentzündung ist die Cranberry besonders als Cranberrysaft beliebt – die Wirkung ist aber wie bei den anderen propagierten Anwendungsgebieten nicht eindeutig wissenschaftlich belegt. Daher dürfen Nahrungsergänzungsmittel mit Cranberry als Hauptwirkstoff bisher keine gesundheitsbezogenen Aussagen auf der Verpackung tragen. Die Hersteller umgehen dieses Reglement aber häufig, indem sie Produkten weitere Inhaltsstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe hinzufügen, für die ähnliche sogenannte „Health Claims“ bereits zugelassen sind. Dazu gehört zum Beispiel Vitamin C, B6 oder Zink. Betrachte Versprechen wie „für gesunde Harnwege“ und „wirkt antibakteriell“ deshalb lieber kritisch und suche bei einer akuten Blasenentzündung zur Sicherheit immer einen Arzt auf.
 

Verwendung der Cranberry: getrocknet, frisch oder lieber als Saft?

Es gibt viele verschiedene Arten, Cranberrys zu verwenden – der Kochfantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Hierzulande findet man die Beere oft in getrockneter Form im Supermarkt. Sie schmeckt so recht süß, denn getrocknete Cranberrys sind oftmals stark gezuckert. Um nicht in eine Kalorienfalle zu tappen, achte beim Kauf also auf die Inhaltsstoffe! Vor allem als Müsli-Topping oder als Zusatz in Gebäck macht die Beere dann eine gute Figur. Getrocknet halten Cranberrys übrigens sehr lange, sie sind praktisch unbegrenzt genießbar.

Unser Tipp: Du magst die Konsistenz der frischen und den Geschmack der getrockneten Frucht? Hauche getrockneten Cranberrys neues Leben ein, indem du diese für einige Stunden in Flüssigkeit einlegst, zum Beispiel Cranberrysaft oder Wasser – danach sind sie deutlich saftiger.
 

Frische Cranberrys kaufen

Frisch ist die Cranberry etwas schwieriger zu bekommen als getrocknet: Schau am besten in Onlineshops oder etwas breiter aufgestellten Super- beziehungsweise Biomärkten nach. Im Herbst und Winter stehen die Chancen am besten, denn dann hat die Beere Hauptsaison. Ein Insider-Tipp sind jedoch russische Supermärkte. Hier sind zumindest gefrorene Cranberrys fast immer erhältlich! Frische Cranberrys lassen sich bis zu drei Monate im Kühlschrank aufbewahren, man kann sie aber auch einfrieren.

Cranberry: Superfood oder nicht?

Die Cranberry ist in ihrer natürlichen Form ein wahres Kraftpaket und kann zu einer ausgewogenen Ernährung und Vitaminversorgung beitragen. Die Betonung liegt auf „kann“, denn ihre Wirksamkeit ist nicht eindeutig wissenschaftlich belegt. Geschmacklich bringen Cranberrys neuen Schwung in Desserts und auch in deftige Mahlzeiten. Wegen des eher herben, säuerlichen Geschmacks wird Cranberry-Produkten jedoch oft viel Zucker hinzugefügt – ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich also!

Quellen zum Artikel
  1. https://www.bzfe.de/inhalt/preiselbeere-oder-cranberry-28313.html
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28100853
  3. https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2007/12_07/EU12_B38_B39.qxd.pdf
     
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